Die Anliegenmethode

Was ist die Anliegenmethode?
Die Anliegenmethode wurde von Prof. Dr. Franz Ruppert, Psychologischer Psychotherapeut und Professor für Psychologie in seiner langjährigen, empirischen Arbeit mit Klienten entwickelt. Sie basiert auf der Identitätsorientierten Psychotraumatheorie (IoPT), die Prof. Dr. Ruppert ebenfalls durch seine Forschungsarbeit entwickeln konnte. Die Grundzüge der Anliegenmethode stammen ursprünglich aus dem Familienstellen, jedoch entwickelte Prof. Dr. Ruppert die Methode stetig weiter. Eine fundamentale Veränderung war, dass nicht das Familiensystem in den Fokus der Methode gerückt wurde, sondern die Ich-Entwicklung des Anliegeneinbringers. Während das Familienstellen systemisch arbeitet, ist die Anliegenmethode eine individuelle, prozessorientierte Methode in dessen Zentrum allein das Anliegen des Anliegeneinbringers steht. Das Anliegen hilft die innerpsychische Struktur des Anliegeneinbringers aufzudecken und ermöglicht eine Bewusstmachung der abgespaltenen Informationen oder Emotionen. Sie ermöglicht eine wahre Selbstbegegnung mit den Bereichen des eigenen Lebens, die bislang nicht mehr erinnerbar waren, aber über den Körper und das Unterbewusstsein immer noch zugänglich sind.

Wie funktioniert die Anliegenmethode für die Selbstbegegnung?
Ein Anliegen kann ein Satz, ein Satzfragment, einzelne Worte oder auch ein Bild / eine Zeichnung sein. Der Anliegeneinbringer alleine entscheidet, wie sein Anliegen lautet. Die Anliegenmethode kann im Einzelsetting oder auch in der Gruppe durchgeführt werden. In beiden Fällen werden aus dem Anliegen die wichtigsten drei Elemente ausgewählt und sogenannten Resonanzgebern übergeben. In der Gruppenarbeit wählt der Anliegeneinbringer dabei Personen aus, die in Resonanz mit dem übergebenen Element des Anliegen gehen. Wenn eine Einzelarbeit durchgeführt wird, wählt der Anliegeneinbringer sogenannte Bodenanker und verteilt diese mit den Elementen im Raum. In der Gruppe können die gewählten Personen für die Elemente dann Auskunft über das geben, was sie spüren oder wahrnehmen. Im Einzelsetting stellt sich der Anliegeneinbringer auf diese Bodenanker und gewinnt oder erspürt so neue Einsichten über das eigene Anliegen.


In beiden Herangehensweisen kann der Anliegeneinbringer mit Hilfe des Begleiters Einsichten über seine gesunden Anteile, seine verletzten Anteile oder über die eigenen Überlebensstrategien erfahren. Je nach Anliegen können dabei emotionale Schichten berührt werden oder aber auch neue Erkenntnisse und Einsichten über die eigenen Biografie oder die Beziehungsqualitäten zu den Bindungspersonen gewonnen werden.
Die Anliegenmethode gewährleistet, daß keine Retraumatisierungen stattfinden und der Anliegeneinbringer und dessen Psyche im eigenen Tempo selbstbestimmte Entwicklungsschritte machen können. Je mehr wir so mit unserer eigenen Wahrheit in Berührung kommen, desto einfacher wird es, unsere eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu artikulieren und so auch unsere eigenen Ziele zu verwirklichen.

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